Tipa for Trips
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Über Land
Im Fokus: Nord - Pas de Calais
Die Region Hauts-de-France, die das frühere Nord-Pas de Calais und die Picardie umfasst, lernten wir bei unseren Besuchen in den Jahren 2015 und 2016 als eine gastfreundliche und spröde Gegend mit einer "passenden" Bevölkerung kennen, mit sprödem Charme und Herzlichkeit. Wir fanden eine Mischung aus Natur, Kultur und Geschichte, die eine grosse Auswahl bietet, wie der Urlaub, lang oder kurz, verbracht werden kann.
Die Region hat zwei Industriezweige kurz nacheinander verloren, die die wirtschaftliche Grundlage für bescheidenen Wohlstand der Mittelschicht, zu der vor allem die Arbeiterschaft in den Kohleminen und Maschinenfabriken zählten, sowie die Textilindustrie, die Stoffe und Teppiche produzierte.
Ebenso wie in den Regionen mit Schwerindustrie in Belgien, Luxembourg oder Deutschland begann ein Prozess von vielen Veränderungen: andere Berufsbilder entstehen, neue Arbeitsplätze folgen, Kunst und Bildung erhalten neue Stätten - oder arbeiten an Orten, die früher Fabrikhallen waren und jetzt ihrer Kreativität den Rahmen geben. Es entsteht hier nach und nach eine Kultur des 21. Jahrhunderts, die die Brücken in die Vergangenheit nicht abbricht und sich als Weiterentwicklung der Vergangenheit versteht.
Der Blick zurück in die Welt der Technik 1.0 lässt sich in der Manufaktur von Roubaix erleben. Webstühle aus der Zeit seit dem Mittelalter, als daheim mit der Hand gewebt wurde, bis hin zu modernen, computerunterstützten Modellen zeigen die Fortentwicklung einer Technik, die in erster Linie nur das Ziel der Erhöhung der Produktionsgeschwindigkeit verfolgte. Der Weg dahin lässt sich vor allem dann bestaunen, wenn die alten Maschinen für kurze Zeit zum Leben erweckt werden.
Der Louvre in Lens hatte einen aufregenden Start. Zuerst gab es eine Menge Skeptiker bei den Kunstliebhabern, die darüber diskutierten, ob es Sinn macht, wenn Frankreichs berühmteste Gallerie ausgerechnet in Lens, einer damals heruntergekommenen früheren Bergarbeiterstadt, einen Ausstellungsraum für Weltklasse-Kunstobjekte eröffnen solle. Es kam zu Kontroversen es gab eine Beschädigung durch Randalierer und es gab die "üblichen Befürchtungen", dass sich der Standort Lens nie gegen andere hochkarätige Standorte durchsetzen könne.
Alle diese Befürchtungen haben sich zwischenzeitlich erledigt, dieses Museum hat sich eingereiht in die Riege der Grossen weltweit und das wird auch von den Besuchern honoriert.
Schade hingegen finden wir, dass offenbar die Besucher des Museums nach ihrem Besuch "gleich wieder" heimkehren und die Grundlage, auf der sich dieses Museum erst selbst erfinden konnte, nicht oder nicht genug besuchen. So wie das Museum und seine Ausstellungen genossen werden, hält auch Lens Sehenswertes, Leckeres und zum Wandern oder Radfahren bereit.
Lille ist nicht mehr nur ein Haltepunkt des Eurostar oder TGV zwischen London, bzw. Paris und Brüssel. Die Hauptstadt des Nord-Pas de Calais, ist eine Stadt, die ihre Besucher mit einer charmanten Altstadt freundliche für sich gewinnt, grossartige Restaurants hat und rund um die Zitadelle herum einen Park und einen kleinen Zoo, wo die Einheimischen mit ihren Familien spazieren gehen, die Sonne und frische, kulinarische Köstlichkeiten unter freiem Himmel in der Sonne geniessen.
Wir beginnen unseren Ausflug in Lilles Altstadt, wo alle interessanten Strassen und Plätze förmlich auf uns warten: die Rue de la Monnaie, in der Selbiges gern, gut und viel ausgegeben werden kann. Je näher wir der Handelskammer, Oper und Alter Börse kommen, um so kleiner wird die Versuchung, etwas zu kaufen, denn die Preise der ausgestellten Kleidung entfernen sich mit atemberaubender Geschwindigkeit von den Möglichkeiten unseres Budgets...
Das gilt nicht so sehr für Roubaix, wo das La Piscine mit Exponaten von Weltrang in einer ehemaligen, im Art-Deco-Stil gehaltenen Badeanstalt, ihren Platz gefunden hat.
Frankreich ist nicht nur ein Landes Weines und des Champagners, sondern auch des Bieres.
In Saint-Omer steht eine der grössten Brauereien Nordfrankreichs, die Brasserie Saint-Omer, die wir anlässlich des Fête de la bière besuchen und zuschauen dürfen, wie aus den festen Zutaten am Ende flüssiges und wirklich gut schmeckendes Bier wird.
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