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Der Louvre in Lens

Gläserne Eleganz in der Bergbauregion

Art

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Gläserne Eleganz in der Bergbauregion

Das im Dezember 2012 eröffnete Musée du Louvre-Lens befindet sich in der kleinen Bergarbeiterstadt Lens, die mit ihren rund 30.000 Einwohnern inmitten der geschichtsträchtigen Bergbauregion des Nord-Pas de Calais liegt. Wo einst Kohle gefördert wurde, steht heute ein Ort der Transparenz und Offenheit.

Gläserne Aussenwand Louvre-Lens | © Bert Schwarz 2016
Sanfter Übergang: Die gläserne Architektur fügt sich diskret in die Umgebung ein.

Ein Denkmal für den Norden

Die Entscheidung im Jahr 2004, den neuen Louvre in der ehemaligen Grube 9 anzusiedeln, war ein starkes Zeichen der Anerkennung Frankreichs für ein Gebiet, das durch Krieg und Bergbau gezeichnet wurde. Geprägt von seiner Vergangenheit, hat Lens die Herausforderung angenommen, seine Zukunft neu zu gestalten. Das Museum wurde auf einem 20 Hektar grossen Gelände errichtet, das nach der Stilllegung der Schächte im Jahr 1960 zunächst von der Natur zurückerobert worden war.

Eingangsbereich Louvre-Lens | © Bert Schwarz 2016
Willkommen in der Moderne: Der lichtdurchflutete Empfangsbereich.

Horizontale Leichtigkeit

Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa (SANAA) verzichteten auf vertikale Dominanz. Stattdessen reagierten sie auf die lineare Struktur der Bergwerke mit einem flachen, horizontalen Gebäude auf einer Ebene. Der Bau folgt dem sanften Gefälle des Geländes und überschreitet nirgends eine Höhe von sechs Metern. So bleiben die Wipfel der Bäume sichtbar, und die Architektur dominiert die Umgebung nicht, sondern verschmilzt mit ihr.

Museumspark Louvre-Lens | © Bert Schwarz 2022
Grüne Lunge: Die Verbindung von Natur und Architektur auf dem ehemaligen Zechengelände.

Galerie du Temps

Die Galerie du Temps ist das Herzstück des Museums. Auf spektakulären 3.000 Quadratmetern präsentiert sie mehr als 200 Meisterwerke aus den Sammlungen des Louvre – völlig ohne Unterteilungen oder Trennwände. Die chronologische Ausstellung reicht von der Erfindung der Schrift in Mesopotamien im 4. Jahrtausend v. Chr. bis zur industriellen Revolution im 19. Jahrhundert. Jedes Jahr zum Jubiläum im Dezember werden Werke ausgetauscht, sodass die Präsentation stets in Bewegung bleibt.

Galerie du Temps Louvre-Lens | © Bert Schwarz 2022
Fliessende Übergänge: Kunstgeschichte im Dialog der Zivilisationen.

Von Botticelli bis Tintoretto

Zu den ständig wechselnden Highlights gehören Werke wie Murillos Junger Bettler, Botticellis Jungfrau mit Kind oder Tintorettos Badende Susanna. Diese Anordnung schafft eine aussergewöhnliche Reise durch die Menschheitsgeschichte und vermischt Epochen und Techniken auf eine Weise, die im Pariser Haupthaus so nicht erlebbar wäre.

Ausstellungshalle Statuen | © Bert Schwarz 2016
Raum für Skulpturen: Meisterwerke in neuem Licht.
Ausstellungshalle Detail | © Bert Schwarz 2016
Grenzenlose Kunst: Die offene Gestaltung der Galerie du Temps.

Ein lebendiges Museum

Neben der permanenten Sammlung werfen hochkarätige Wechselausstellungen jedes Jahr einen neuen Blick auf die Kunst der Welt. Besonders spannend: Der Louvre-Lens gewährt Einblicke in sein „verborgenes Leben“. Durch grosse Erker sind die Reserven und die Restaurierungswerkstätten für Besucher sichtbar, was den Louvre-Lens zu einem besonders nahbaren und transparenten Museumserlebnis macht.

Wechselausstellung Robert Doisneau | © Bert Schwarz 2022
Immer wieder neu: Wechselausstellungen ergänzen das universelle Konzept.