Rocamadour
City Tours · Lot et Garonne
Produktion:
© 2022
Oft wurde ich schon darauf hingewiesen, wie schön Rocamadour sei. Ein mittelalterliches Dorf, das an den Klippen klebt und auf verschiedenen Ebenen thront, verbunden durch Treppen und Fahrstühle – das senkrechte Wunder im Tal der Alzou.
Das Dorf
Aus der Region der Dordogne kommend gibt es im Prinzip in Rocamadour angekommen nur eine Strasse, die sich sanft vom Boden des Tals in die Höhe windet. Rechts und links befinden sich Geschäfte, Restaurants und Hotels. Hinter den mittelalterlichen Mauern verbirgt sich technisch längst das 21. Jahrhundert, doch die Atmosphäre bleibt zeitlos und zieht selbst in der Nachsaison erstaunlich viele Besucher an.
Die Geschichte
Die Geschichte des Ortes reicht mindestens 20.000 Jahre zurück, wie Malereien in der nahen Höhle von L'Hospitalet beweisen. Im 12. Jahrhundert entwickelte sich Rocamadour zu einer der bedeutendsten Pilgerstätten des Abendlandes. Zwischen 1148 und 1172 wurden hier 126 Wunder dokumentiert, was Scharen von Gläubigen anlockte – ein frühes Beispiel für perfektes „Marketing“ durch Reliquien und Wundererzählungen.
Mitte des 12. Jahrhunderts wurde das Heiligtum direkt in den Fels gebaut. Neben Jerusalem, Rom und Santiago wurde Rocamadour zur viertgrössten Pilgerstätte der Christenheit. Auch heute noch ist der Ort eine wichtige Etappe auf dem Jakobsweg und bewahrt sein Erbe unter der Obhut der Benediktiner.
Heute
Noch immer bilden Pilger einen grossen Teil der Besucher. Die Erhaltung der historischen Gebäude ist eine gewaltige finanzielle Anstrengung. Dennoch lohnt sich ein Tagesausflug in dieses vertikale Dorf absolut – besonders, wenn man bereit ist, mit den Menschen vor Ort „mitzuschwimmen“ und sich auf die Einheimischen einzulassen.
