Lascaux IV
Die Kathedrale der Steinzeit
Art
Produktion :
© 2020
Nur gut zehn Minuten von unserem Campingplatz entfernt, liegt am Rand von Montignac ein Ort, der die Zeit stillstehen lässt. Die Höhle von Lascaux ist weltberühmt für ihre paläolithischen Malereien – Kunstwerke, die auf ein Alter von bis zu 20.000 Jahren geschätzt werden. Es ist ein bewegender Moment, wenn man realisiert, dass hier die Wiege der menschlichen Kreativität liegt.
Das Welterbe der Vézère
Das Vézère-Tal in der Dordogne, von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, ist eine wahre Schatztruhe der Urgeschichte. Rund 25 Höhlen mit prähistorischen Zeugnissen finden sich hier, darunter eben auch die berühmte Höhle von Lascaux in Montignac. Das „Lascaux International Center“ – besser bekannt als Lascaux IV – fügt sich mit seinen 9.000 m² fast unsichtbar in die Landschaft ein. Von oben ist das Gebäude durch sein begrüntes Dach kaum auszumachen, gestreckt wie eine zur Seite hin offene Fassade.
Vier Teenager und ein Welterfolg
Im September 1940 entdeckte der junge Marcel Ravidat eher zufällig die Höhle im Hügel von Lascaux. Gemeinsam mit seinen Freunden Jacques Marsal, Georges Agniel und Simon Coencas stieg er wenige Tage später hinab und entdeckte die heute weltberühmten Malereien. Unter der Leitung von Abbé Breuil, einem Koryphäe der Höhlenkunst, entstanden kurz darauf die ersten wissenschaftlichen Skizzen dieser beeindruckenden Wände.
Von der Schliessung zur Auferstehung
Nachdem die Höhle 1948 geöffnet wurde, führte der enorme Besucherstrom zu irreparablen Schäden durch Kohlendioxid. 1963 musste die Stätte zum Schutz der Kunstwerke geschlossen werden. Es dauert Jahrzehnte, bis die prähistorischen Meisterwerke wieder in dieser Form zugänglich wurden. Mit Lascaux IV ist heute eine fast vollständige Rekonstruktion gelungen, die es erlaubt, die „Salle des Taureaux“ und das „Diverticule Axial“ mit beeindruckender Präzision zu erleben – eine Zeitreise, die uns die Entwicklung unserer Vorfahren und ihrer Werkzeuge unmittelbar vor Augen führt.
