Centre Pompidou
Ein Monument der Avantgarde
Kunst & Künstler
Produktion :
© coming soon
Eine Woche Paris – eine Zeitspanne, die viel zu kurz ist für alles, aber genau richtig für das Wesentliche. In unserer Reiseplanung stand ein Besuch ganz oben auf der Liste: das Centre Pompidou. Was uns besonders faszinierte, war das dynamische Konzept der sich ständig wandelnden Ausstellungen. Moderne und zeitgenössische Kunst ist schlichtweg genau „unser Ding“, und wo liesse sich diese Leidenschaft besser zelebrieren als in diesem radikalen Monument der Avantgarde?
Beaubourg – Ein Monument im Wandel
Das Centre national d’art et de culture Georges-Pompidou im Herzen des 4. Arrondissements ist ein architektonisches Statement, das bei seiner Eröffnung 1977 die Fachwelt erschütterte. Das Gebäude beginnt bereits an seiner Fassade, die Geschichte von Paris neu zu erzählen. In den markanten Glasröhren, die sich wie Adern über die Aussenfront ziehen, schwebt man förmlich über den Dächern der Stadt und gewinnt mit jedem Meter an Höhe neue, spektakuläre Blickwinkel.
Oft hört man kritische Stimmen, die monieren, an diesem Haus werde „immer nur gebaut“. Doch genau darin liegt das radikale Konzept: Das Centre Pompidou ist niemals fertig. Es erfindet sich durch seine ständig wechselnden Ausstellungen immer wieder neu. Wer das Haus nach einiger Zeit erneut besucht, tritt in ein völlig anderes Museum ein – ein spannendes Wagnis, auf das man sich bei jedem Besuch neu einlassen darf.
Mythos und Materie: Joseph Beuys
Auf der vierten Etage taucht man tief in die zeitgenössische Sammlung ein. Ein besonderer Schwerpunkt ist hier dem deutschen Visionär Joseph Beuys gewidmet. Seit seinem hundertsten Geburtstag im Jahr 2021 wird hier ein aussergewöhnlicher Teil seines Lebenswerks präsentiert. Insgesamt 20 Arbeiten des Künstlers, der durch seine symbolträchtigen Filz-Kreationen Weltruhm erlangte, sind in einer beeindruckenden Inszenierung zu sehen.
Ergänzt durch Hildegard Webers Installation „Hommage à Beuys '86“, entfaltet sich in vier Sälen ein Rundgang, der alle Facetten dieser charismatischen Persönlichkeit beleuchtet – von Skulpturen und Objekten bis hin zu seltenen Filmdokumenten und Archiven.
Das Who-is-Who der Moderne
Die fünfte Etage ist eine triumphale Reise durch die Moderne. Hier trifft man auf die architektonischen Visionen und Gemälde von Le Corbusier, gefolgt von der strengen Ästhetik des Bauhaus. Die Abteilung präsentiert Meisterwerke von Paul Klee, Vassily Kandinsky und Josef Albers sowie ikonische Möbelentwürfe von Marcel Breuer.
Doch damit nicht genug: Die Galerie beherbergt Modelle der „Street Front“ des Verpackungskünstlers Christo und versammelt klangvolle Namen wie Piet Mondrian, Max Ernst, Man Ray und Kiki Kogelnik. Es ist ein dichtes Geflecht aus Farben, Formen und radikalen Ideen, das den Geist der Avantgarde bis heute lebendig hält.
