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Strasbourger Münster

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Mit seinem 142 Meter hohen Turm überragt das Münster in seinem Spitzenkleid aus rosafarbenem Sandstein die ganze elsässische Ebene. Das Meisterwerk gotischer Baukunst ist das berühmteste Wahrzeichen Strassburgs.

Place du Château, Münster, Strasbourg | © Bert Schwarz 2022

Victor Hugo bezeichnet es als „Wunder, unermesslich und zierlich zugleich“ - es ist das Wahrzeichen der Stadt. Für die Vollendung des aus rosafarbenem Vogesensandstein errichteten Bauwerks wurden fast drei Jahrhunderte harter Arbeit benötigt. Man braucht etwas Zeit, um die herrlichen Skulpturen zu bewundern, die das Meisterwerk gotischer Baukunst aussen wie innen zieren. Auch die bemerkenswerten Kirchenfenster verdienen eine gebührend Zeit. Die prächtige Rosette über dem Haupteingang hat einen Durchmesser von 14 m.

Die reiche Figurenwelt des Münsters erschliesst dem aufmerksamen Betrachter unzählige Geschichten.

Seitenverstärkungen, Münster, Strasbourg | © Bert Schwarz 2022

Die Hauptfassade ist besonders detailreich gestaltet: An ihrem rechten Seitenportal ist der von den klugen und den törichten Jungfrauen umgebene Fürst der Welt als Versucher zu sehen, am linken Seitenportal der Kampf der Tugenden und der Laster. Thema des Mittelportals ist die Passion und Auferstehung Christi.

Auch im Inneren birgt das Münster zahlreiche Besonderheiten. Zu den Favoriten der Besucher zählt der prächtige Engelspfeiler, der das Jüngste Gericht darstellt. Des Weiteren die Kanzel des grossen Predigers Johann Geiler von Kaysersberg mit ihren rund fünfzig Figuren, ein herausragendes Beispiel des spätgotischen Flamboyantstils. Die Hauptorgel mit ihrem polychromen, gotischen Holzprospekt und die herrlichen (grösstenteils noch originalen) Kirchenfenster aus dem 13. und 14. Jahrhundert, gehören zu den wenigen bis heute erhaltenen Ensembles romanischer Glaskunst.

Astronomische Uhr, Münster, Strasbourg | © Bert Schwarz 2022

Die astronomische Uhr aus dem Jahr 1547 ist ein echtes Highlight. Sie ist ein Meisterwerk des Uhrenbaus und der Mathematik aus der Renaissance überrascht heute noch mit seinen technischen Feinheiten und seiner Raffinesse. Ein echtes Hi-Tech-Produkt seiner Zeit.

Besonders eindrucksvoll ist der ewige Kalender, der die Bewegung der Planeten auf einem Astrolabium abbildet. Der beste Zeitpunkt für die Besichtigung ist um die Mittagszeit: Pünktlich um 12.30 Uhr, nachdem ein Engel die halbe Stunde angeläutet hat, erwachen die Figuren der Uhr zum Leben: Alle Apostel ziehen grüssend an Christus vorbei, die vier Lebensalter an der Figur des Todes.

Und dann sind wir dem Rat von Einheimischen gefolgt und haben uns gequält. Wir erklimmen die 330 Stufen zur Münsterplattform und konnten den atemberaubenden Blick über Strasbourgs Dächer bis zu den Vogesen und zum Schwarzwald geniessen.

Die 66 Meter hohe Plattform bietet nicht nur eine herrliche Aussicht, sondern auch Gelegenheit, einen genaueren Blick auf die Turmspitze und die Kupferdächer des Münsters zu werfen. Im Wächterhaus sind zwei Laufräder aus dem 15. Jahrhundert, das damalige Hebesystem für Steine, sowie ein altes Uhrwerk zu sehen.