Pompejanum, Aschaffenburg
Spessart - Highlights
Produktion:
© 2025
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König Ludwig I. von Bayern brachte die Idee für das Pompejanum von einer seiner Italienreisen mit, die er gemeinsam mit dem Architekten Friedrich von Gärtner unternahm. Zwischen 1840 und 1848 entstand so hoch über dem Main eine detailgetreue Nachbildung eines pompejanischen Wohnhauses – das „Haus des Castor und Pollux“.
Den Bauplatz bestimmte der König höchstpersönlich. Sein Wunsch war es, ein begehbares Modell eines römischen Wohnhauses zu schaffen, das ausdrücklich allen Menschen zugänglich sein sollte. Das Pompejanum diente nicht seinen persönlichen Wohnzwecken, sondern war als Ort der Bildung und des Studiums der antiken Kultur gedacht.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt. Ab 1960 begann eine langwierige Restaurierung in mehreren Phasen. Seit 1994 bereichern originale römische Kunstwerke aus den Staatlichen Antikensammlungen und der Glyptothek in München die Räume. Neben Marmorskulpturen, Kleinbronzen und Gläsern zählen zwei prachtvolle Götterthrone aus Marmor zu den wertvollsten Schätzen der Villa.
Mit dem Bedeutungsverlust der Stadtbefestigung wandelten sich die Gräben und Wälle um Schloss Johannisburg in Nutzgärten für Wein, Obst und Gemüse. Ein berankter Arkadengang verbindet heute das Schloss mit dem Frühstückstempel und führt entlang der alten Stadtmauer direkt zum Pompejanum.
Die Aussenanlagen wurden bewusst so gestaltet, dass sie eine mediterrane Szenerie ergeben. Wo immer möglich, wurden Mittelmeerpflanzen wie Feigen und Agaven verwendet. Um das Bild abzurunden, ersetzen winterharte Schwarzkiefern die Pinien und Pyramidenpappeln die typischen Zypressen.
Der im Krieg zerstörte und in den 1960er Jahren neu angelegte Weinberg vollendet das südliche Flair. Der Stadtgraben mit seiner enormen Baumvielfalt bietet heute den perfekten Rahmen für einen entspannten Spaziergang. Ob am Wochenende, im Urlaub oder einfach mal so zwischendurch – hier oben vergisst man für einen Moment, dass man sich eigentlich in Unterfranken befindet.