Die Darmstädter Künstlerkolonie Mathildenhöhe

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tip-no-213 | © Bert Schwarz 2022

Kunst, blaues Blut und Medizin

Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe

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Turm, Ausstellungsgebaeude | © Bert Schwarz 2024

Mit einer Sonderausstellung zur Darmstädter Kunstlandschaft feiert das Institut Mathildenhöhe in Darmstadt die Wiedereröffnung des umfassend sanierten Ausstellungsgebäudes.

Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Fotografien und Videokunst aus der Städtischen Kunstsammlung Darmstadt lassen historische Ereignisse der Stadt Revue passieren und stellen aussergewöhnliche Personen vor, die in Darmstadt gelebt und gearbeitet haben. Ein Fokus wird hierbei auf einige noch nie ausgestellte Werke von Künstlerinnen gelegt, die es zu entdecken gilt.

Der Ausstellungsrundgang entwickelt sich zu einer Zeitreise durch 200 Jahre Geschichte der Kunststadt Darmstadt und ihrer unmittelbaren Region.

Die Welterbestätte Mathildenhöhe war schon immer ein internationaler Anziehungspunkt für zeitgenössische Kunst. 1908 wird zur Eröffnung des Gebäudes die bildende Kunst der Zeit präsentiert. 1920 findet eine Ausstellung zum Expressionismus mit ca. 1.000 Werken von internationaler Bedeutung statt. Jetzt wird der Öffentlichkeit mit einer dreitägigen Eröffnungsfeier vom 20. bis 22. September 2024 ein weiterer Blick in die städtischen Kunstschätze ermöglicht.

Schwanentempel, Hochzeitsturm | © Bert Schwarz 2024

Die Mathildenhöhe in Darmstadt ist ein Ort, an dem sich europäischer Hochadel, Medizin bildende und angewandte Kunst treffen. Das markante Ausstellungsgebäude mit seinem Hochzeitsturm, dem Museum Künstlerkolonie und die Städtischen Kunstsammlung Darmstadt, machen seit 1900 diesen Hügel zu einem aussergewöhnlichen Ort der Erforschung, Präsentation und Vermittlung von Kunst und Kultur.

2021 wurde die Mathildenhöhe in Darmstadt in die UNESCO-Welterbe-Liste aufgenommen.

Turm, Ausstellungsgebaeude | © Bert Schwarz 2024

Auf Anregung des Kunstverlegers Alexander Koch berief 1899 Grossherzog Ernst Ludwig als Mäzen die sieben Jugendstilkünstler Peter Behrens, Paul Bürck, Rudolf Bosselt, Hans Christiansen, Ludwig Habich, Patriz Huber und Joseph Maria Olbrich an die neugegründete Künstlerkolonie. Unter dem Leitspruch „Mein Hessenland blühe und in ihm die Kunst“ erwartete er aus einer Verbindung von Kunst und Handwerk eine wirtschaftliche Belebung für das Grossherzogtum Hessen. Das Ziel der Künstler sollte die Entwicklung neuzeitlicher und zukunftsweisender Bau- und Wohnformen sein.

Garten, Haus Behrens | © Bert Schwarz 2024

Im August 1914 beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges wird die laufende Ausstellung auf der Mathildenhöhe abgebrochen. Die Künstlerkolonie besteht während des Krieges weiter, neue Berufungen von Künstlern gibt es keine mehr. Spätestens mit der Abdankung des Grossherzogs 1918 ist das Ende der Künstlerkolonie faktisch besiegelt. Formell wird sie dann 1929 aufgelöst. Trotz der kurzen Dauer ihres Bestehens und der Zerstörungen im 2. Weltkrieg stellen die Kunstwerke der Künstlerkolonie und architektonischen Leckerbissen auf der Mathildenhöhe, wie das Haus Behrens, einen bleibenden Glanzpunkt Darmstadts Kulturerbes dar.

Rosenpavillon, Rasen, Bank | © Bert Schwarz 2024

Alice ist die zweite Tochter der britischen Königin Victoria. Ab 1863 engagiert sie sich für die öffentliche Gesundheitspflege und die Verbesserung der hygienischen Bedingungen für Wöchnerinnen. In Darmstadt gründet sie 1867 gemeinsam mit Luise Büchner den nach ihr benannten Kranken- und Armenpflegeverein (Alice-Frauenverein). Die beiden Frauen entwickelen den Beruf der Krankenpflegerin ohne konfessionelle Bindung.
Der gebürtige Darmstädter Maler Paul Weber wird als Hofmaler engagiert. Alice nimmt bei ihm Malunterricht. Sie hat den Plan, in Darmstadt eine Künstlerkolonie zu errichten. Sie kann dies nicht mehr selbst umsetzen, denn sie steckt sich bei ihren an Diphtherie erkrankten Kindern an und stirbt am 14. Dezember 1878.
Ihr Sohn, Grossherzog Ernst Ludwig, realisiert den Plan seiner Mutter mit dem Bau der Mathildenhöhe.
1910 werden die sterblichen Überreste von Grossherzogin Alice und Prinzessin Marie in das Neue Mausoleum der grossherzoglichen Familie im Park Rosenhöhe in Darmstadt überführt.

Die Prinzessin Alice von Grossbritannien und Irland Grossherzogin von Hessen und bei Rhein (Sonja Kargel) führt uns zu dem Ort, den sie gestalten wollte und gibt die Einführung zu ihrem Vermächtnis, das nun zum UNESCO Kulturerbe erhoben wurde.

Garten, Bank, Rosengarten | © Bert Schwarz 2024

Die 1960er Jahre lassen eine neue Künstlerkolonie entstehen. Dazu wurden von 1965 bis 1967 im Park Rosenhöhe sieben Atelier- und Wohnhäuser nach Plänen von Rolf Prange, Rudolf Kramer, Bert Seidel, Heribert Hausmann und Reinhold Kargel errichtet.

Der Park Rosenhöhe ist ein für Darmstadt bemerkenswerter Ort: still, übersäät mit Pflanzen, Blumen, Teichen, in denen die Frösche reichlich lärmen. - Also gibt es hier nicht nur Hochkultur, nervende Radfahrer und Hi-Tech sondern auch Erholung und Natur ganz in der Nähe der Stadt.

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