Die Darmstädter Künstlerkolonie Mathildenhöhe
Highlights - Kunst, blaues Blut und Medizin
Produktion:
© 2025
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© 2025
Mit einer beeindruckenden Sonderausstellung zur Darmstädter Kunstlandschaft feiert das Institut Mathildenhöhe die Wiedereröffnung seines umfassend sanierten Ausstellungsgebäudes. Es ist ein Aufbruch in eine neue Ära für diesen geschichtsträchtigen Ort.
Gemälde, Skulpturen und Videokunst aus der Städtischen Kunstsammlung lassen die Historie der Stadt Revue passieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf bislang unentdeckten Werken von Künstlerinnen, die hier gelebt und gewirkt haben. Der Rundgang entwickelt sich so zu einer faszinierenden Zeitreise durch 200 Jahre Kunstgeschichte der Region.
Die Mathildenhöhe ist ein Ort, an dem Architektur, Gartenkunst und Geschichte verschmelzen. Seit 1900 dient dieser Hügel der Erforschung und Vermittlung von Kultur. Das markante Ensemble aus Hochzeitsturm, Museum Künstlerkolonie und der Russischen Kapelle macht Darmstadt zu einem internationalen Anziehungspunkt. Folgerichtig wurde die Mathildenhöhe im Jahr 2021 in die UNESCO-Welterbe-Liste aufgenommen.
Auf Anregung des Verlegers Alexander Koch berief Grossherzog Ernst Ludwig 1899 sieben wegweisende Künstler nach Darmstadt, darunter Peter Behrens und Joseph Maria Olbrich. Unter dem Leitspruch „Mein Hessenland blühe und in ihm die Kunst“ sollte die Verbindung von Kunst und Handwerk auch die wirtschaftliche Kraft des Grossherzogtums stärken. Ziel war die Entwicklung völlig neuer, zukunftsweisender Bau- und Wohnformen.
Die Wurzeln der Mathildenhöhe liegen tiefer, als man zunächst vermutet. Alice, die zweite Tochter der britischen Königin Victoria, hatte bereits Jahre zuvor die Vision einer Künstlerkolonie in Darmstadt. Ihr früher Tod 1878 verhinderte die eigene Umsetzung, doch ihr Sohn, Grossherzog Ernst Ludwig, realisierte den Plan seiner Mutter schliesslich mit dem Bau der Mathildenhöhe.
Heute führt uns Prinzessin Alice von Grossbritannien und Irland (Sonja Kargel) an diesen aussergewöhnlichen Ort und gibt eine Einführung in ihr Vermächtnis, das heute als UNESCO-Welterbe Weltruhm geniesst.
Die Geschichte endete nicht mit der Auflösung der ursprünglichen Kolonie 1929. In den 1960er Jahren entstand im Park Rosenhöhe eine neue Künstlerkolonie mit modernen Atelierhäusern. Dieser Park ist für Darmstadt ein bemerkenswerter Rückzugsort: still, blütenreich und voller Erholung, fernab vom Trubel der Hi-Tech-Stadt. Hier trifft Hochkultur auf die reine Natur.