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La Madelaine, Tursac

Highlights

Produktion: logo © 2025

La Madeleine ist ein monumentales Zeugnis menschlicher Siedlungsgeschichte. Gelegen an einer engen Schleife der Vézère, reicht die Historie dieses Ortes von der Steinzeit bis in die frühe Neuzeit. Heute gehört der Platz zur Gemeinde Tursac im Herzen des Périgord.

Wohnraum in einer der Hohlräume | © Bert Schwarz 2021
Jahrtausendealte Zuflucht: Die Felsüberhänge (Abris) boten der Bevölkerung bis in die jüngere Geschichte Schutz und Wohnraum.

Die troglodytische Besiedlung der Steilfelsen lässt sich bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Bewohner nutzten natürliche Aushöhlungen und weiteten diese nach ihren Bedürfnissen aus. So entstanden geschützte Lebensräume hoch über dem Talgrund – sicher vor Raubtieren und den kriegerischen Einfällen der Wikinger oder Sarazenen.

Wohnräume im Fels | © Bert Schwarz 2021
Anpassung an die Natur: Wohnräume wurden präzise in die natürlichen Felsformationen eingepasst.

Blütezeit und Alltag

Zwischen dem 8. und 13. Jahrhundert erlebte das Felsendorf einen beachtlichen Aufschwung. Landwirte, Händler und ihre Familien prägten das Bild. Ihr Alltag war hart, aber organisiert: Fischfang, Viehzucht und Handel am Flussufer sicherten das Überleben. Die Vézère war dabei Segen und Schutz zugleich – sie lieferte Wasser und Nahrung, bildete aber auch ein natürliches Hindernis für potenzielle Angreifer.

Die Kapelle La Madeleine | © Bert Schwarz 2021
Einzigartige Symbiose: Die Kapelle von La Madeleine wurde teils direkt aus dem Fels gehauen, teils in traditioneller Bauweise ergänzt.
Die zerstörte Burg | © Bert Schwarz 2021
Verlorene Festung: Die einstige Burg konnte den massiven Angriffen der Geschichte nicht ewig trotzen.
Die Vézère | © Bert Schwarz 2021
Strategische Lage: Der Flusslauf bot eine ideale Verteidigungslinie gegen anrückende Feinde.

Das Ende einer Ära

Im 14. Jahrhundert brachte der Hundertjährige Krieg Grauen über Aquitanien. La Madeleine und die zugehörige Burg der Familie von Sireuil standen im Zentrum des Konflikts. Die Verteidigungsanlagen wurden massiv verstärkt; noch heute zeugen Balkenlöcher in den Felswänden von Konstruktionen, die einst weit über den Fluss ragten. In dieser Zeit glich die „Hauptstrasse“ des Dorfes einem dicht gedrängten Lager aus Soldaten, Zivilisten und Vieh.

Nachdem die Familie Beynac de Tayac die Burg übernommen hatte, endete die Blütezeit jäh durch einen Brand im Jahr 1623. Die Bewohner verliessen den Ort, und nur eine Weberfamilie blieb zurück. In den folgenden Jahrhunderten dienten die Höhlen nur noch Hirten als gelegentlicher Unterschlupf, bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts die letzten Lichter in La Madeleine endgültig erloschen.