Grasse und das Parfum
Highlights
Produktion:
© 2025
Produktion:
© 2025
Wenn man Grasse besucht, muss man sich mit dem Thema "Parfum" beschäftigen. Nicht allein des Themas wegen, sondern weil sonst das Verständnis für diesen Ort verschlossen bleibt. Die Entwicklung der Stadt ist untrennbar mit der Welt der Düfte verwoben.
Ich hatte nach einer Weile das Gefühl, als ob die Geschichte und die Gegenwart der Stadt kontinuierlich und ohne Brüche ineinandergreifen. Es ist eine faszinierende Mischung aus Kunst, Handwerk und Industrie, die Grasse zur Welthauptstadt des Parfums gemacht hat.
Im Mittelalter war die Lederindustrie das führende Gewerbe in Grasse. Die damals zum Gerben übliche Harnsäure erzeugte jedoch einen penetranten Geruch. Um dem ein Ende zu setzen, experimentierte man mit Bädern aus Lavendel, Myrte, Jasmin und Rosen.
Dieser neue Trend der parfümierten Handschuhe verbreitete sich schnell an den Königshöfen. Catherine de Medicis machte sie populär, und bald war das Geschäft mit den Düften lukrativer als das Leder selbst. Die Parfümeure verdrängten sukzessive die Gerber aus der Stadt.
Grasse liegt ideal zwischen Meer und Bergen. Das milde Klima und der fruchtbare Boden bieten perfekte Bedingungen für die Produktion von Blumen wie Jasmin, der „mythischen Blume“ der Stadt. Der Autor Francis de Croisset sagte treffend, dass Grasse die einzige Stadt der Welt sei, in der das Wort Fabrik poetisch klinge.
Der Parfümeur, oft auch einfach „die Nase“ genannt, ist ein Duftkomponist. An einem speziellen Tisch, der „Orgel“ genannt wird, stehen ihm mindestens 2.000 Basisprodukte zur Verfügung. Es ist ein hochspezialisiertes Handwerk, das jahrelange Erfahrung erfordert, um aus einzelnen Essenzen ein harmonisches Ganzes zu schaffen.
Quellen: Diese Erkenntnisse basieren auf Besuchen in den grossen Parfümhäusern von Grasse,
insbesondere des Hauses Galimard.