Eisenhammer, Hasloch
Highlights
Produktion:
© 2025
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Die Geburtsstunde des Eisenhammers schlug am 24. März 1779. Die drei regierenden Grafen von Löwenstein-Wertheim stellten den Brüdern Wenzel einen Erbbestandsbrief aus – der Grundstein für ein technisches Denkmal, das heute noch die Kraft des Wassers und des Eisens spüren lässt.
Etwa 3 km nördlich von Hasloch treibt ein künstlich angelegter Wassergraben die oberschlächtigen Wasserräder an. Das Herzstück: Ein gewaltiger Wellbaum aus Eichenholz, 9 Meter lang und fast einen Meter im Durchmesser, der die schweren Hämmer in Bewegung setzt.
Von den einst vier Hämmern sind heute noch zwei funktionstüchtig erhalten. Der imposante Aufwerferhammer wiegt stolze 170 kg. Er wird durch Nocken am Wellbaum angehoben und fällt durch sein Eigengewicht auf den Amboss. Ein sogenannter „Preller“ verstärkt den Schlag durch Federwirkung – Technik, die seit Jahrhunderten funktioniert.
Der kleinere Schwanzhammer (135 kg) erreicht durch 14 Nocken auf dem Kammring eine deutlich schnellere Schlagfolge. Früher wurden hier beeindruckende 40.000 bis 50.000 Pflugschare pro Jahr produziert.
Heute werden im Eisenhammer vor allem Klöppel für Kirchenglocken geschmiedet. Es ist faszinierend zu sehen, wie beim Freiformschmieden eine Präzision von ausserordentlichen ± 2 mm erreicht wird. Ein Handwerk, das höchste Konzentration und Erfahrung erfordert.
In der Blütezeit arbeiteten hier 16 Hammerschmiede in Schichten. Ihre Wohnungen befanden sich direkt über dem dröhnenden Hammerwerk – ein harter Alltag im Dienste des Eisens.
Die Ära der Eisenhämmer im Odenwald und Spessart endete weitgehend im 19. Jahrhundert, als die modernen Hochöfen des Ruhrgebiets die Fertigung übernahmen. Der Eisenhammer in Hasloch jedoch trotzt der Zeit und bewahrt dieses faszinierende Erbe für uns heute als lebendiges Denkmal.