Brauhaus Faust
Kulinarik
Produktion:
© 2025
Produktion:
© 2025
Die Brauerei Faust in Miltenberg ist eine der ältesten Brauereien Deutschlands und wurde bereits 1654 gegründet. Sie ist bekannt für ihre handwerklich gebrauten Biere, die Tradition und Qualität vereinen. Die Brauerei bietet eine breite Palette an Biersorten, darunter klassische Pilsner, malzige Spezialitäten und kreative Craft-Biere.
Ein besonderes Highlight sind die Erlebnisführungen, bei denen Besucher die Kunst des Bierbrauens hautnah erleben können. Dabei geht es durch das Sudhaus, den Brauereiturm und die historischen Keller, wo man viel Wissenswertes über die Braukunst erfährt.
Die Brauerei legt grossen Wert auf Authentizität und Qualität. Ihre Biere werden nach traditionellen Methoden gebraut, oft in historischen Gemäuern und mit viel Liebe zum Detail.
Das Herzstück: Die kupfernen Sudkessel der Brauerei Faust
Nach dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516 dürfen alle deutschen Brauereien für die Bierherstellung nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe verwenden. Und trotzdem gibt es deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Braustätten. Das liegt zum einen an der kompromisslosen Auswahl der Zutaten und zum anderen an der handwerklichen Art und Weise des Brauens. Im Brauhaus Faust lerne ich schnell die Gründe kennen, warum diese Bier-Spezialitäten weit über die Region hinaus für ihren besonders feinen Geschmack bekannt sind. Es ist die Liebe zum Detail, die hier seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Vom Campingplatz aus sind wir gemütlich in einer knappen halben Stunde am Brauereiladen angelangt – ein herrlicher Spaziergang durch Miltenberg, der die Vorfreude weckt. Während einer Führung durch die Brauerei lernen wir die Geheimnisse des speziellen Geschmacks der Getränke kennen, die hier seit fast 400 Jahren hergestellt werden. Es ist beeindruckend zu sehen, wie historische Mauern und modernste Brautechnik hier eine perfekte Symbiose eingehen.
Präzision in Edelstahl: Die Kühltanks im Brauprozess
Da sind zunächst die ausgesuchten, regionalen Zutaten. Das Brauhaus Faust verwendet ausschliesslich sorgfältig geprüfte und wertvolle Rohstoffe aus der direkten Nachbarschaft: Das Gersten- und Weizenmalz kommt aus Unterfranken, der Hopfen aus den berühmten Gärten in Spalt, Tettnang und der Hallertau. Das Brauwasser stammt direkt aus Miltenberg und die Hefe aus eigener Reinzucht. Diese kurzen Transportwege haben einen wunderbaren Nebeneffekt: Sie schonen zusätzlich die Umwelt und garantieren eine Frische, die man bei jedem Schluck spüren kann. Regionalität ist hier kein Modewort, sondern gelebte Braukultur.
Dann wird hier eine ganz besondere Tradition gepflegt, die man heute nur noch selten findet: die offene Gärung. Beim Brauhaus Faust gären die Bier-Spezialitäten nach traditioneller Art in offenen und niedrigen Gärbottichen. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Die bitteren Gerbstoffe können während des Prozesses noch ganz klassisch von Hand abgeschöpft werden. Ausserdem können die Hefezellen so ohne künstlichen Druck und bei idealen, kühlen Temperaturen perfekt arbeiten. Faust Bier besitzt daher einen besonders feinen, milden und harmonischen Charakter, der Kenner immer wieder begeistert.
Slow Brewing ist hier kein Schlagwort, auf das die Marketingabteilung gekommen ist, sondern eine Notwendigkeit für höchste Qualität. In den kalten Brauerei-Kellern haben die Faust Bier-Spezialitäten volle sechs Wochen lang Zeit zu reifen – das ist wesentlich länger, als es in den grossen Industriebrauereien üblich ist. Diese Zeit braucht das Bier, um seine Aromen voll zu entfalten und eine natürliche Reife zu erlangen.
Tradition pur: Offene Gärung in den Bottichen
Einige der exklusiven Craft-Bier-Sorten lagern sogar mehrere Monate in dem von Fackeln beleuchteten Felsenkeller – das ist die berühmte Faust Schatzkapelle. Dies erzeugt einen nahezu einzigartigen, harmonischen Bier-Geschmack, den man so kaum ein zweites Mal findet. Alle Bier-Spezialitäten werden zudem besonders schonend filtriert, um die hohe Qualität und den vollen Körper zu erhalten. Auf eine künstliche Wärmebehandlung wird, ausser bei Produkten, bei denen es technologisch absolut notwendig ist (wie z.B. beim Radler), ganz verzichtet.
Nicht nur das Bier selbst, auch die gereinigten Flaschen und Fässer werden nach strengsten Qualitätsvorgaben kontrolliert. Im Anschluss wird das Bier absolut sauerstofffrei abgefüllt. So bleibt der frische Geschmack und die feinperlige Kohlensäure exakt so erhalten, wie der Braumeister es beabsichtigt hat – bis zum genussvollen Moment beim Öffnen der Flasche.
Nach so viel Theorie, die jedem Besucher während des Rundgangs anschaulich näher gebracht wird, folgt der praktische Teil, der natürlich nicht minder interessant ist: das Probieren. Denn wie wir alle wissen, geht Probieren über Studieren!
Der Brauereiladen: Ein Paradies für Bier-Entdecker
Die Bierspezialitäten der Brauerei vereinen überliefertes Wissen, moderne Technik und echtes handwerkliches Können. Ob Klassiker wie das feinherbe Pils, das spritzige Hefe-Weizen, das traditionsreiche Bockbier oder der dunkle Schwarzviertler – die Faust Bier-Spezialitäten sind für mich immer ein Genuss von höchster Güte. Man schmeckt in jedem Schluck die Leidenschaft, mit der hier gearbeitet wird.
Das absolute Beste kommt jedoch zum Schluss: die Craftbiere von Faust. Hier wird die Braukunst zur Meisterschaft getrieben.
Atmosphäre pur: Die Reifung in der Schatzkapelle
Diese aussergewöhnlichen Spezialitäten lagern in der Faust Schatzkapelle, einem tief im Sandsteinfels gelegenen, fackelbeleuchteten Gewölbe. 30 Meter tief unter der Erde reifen sie zu einem unvergleichlichen Genuss heran. Überregional bekannt ist mittlerweile der holzfassgereifte Eisbock, der bereits zwei Mal in Folge Weltmeister beim World Beer Cup wurde. Wer ihn einmal probiert hat, weiss: Der Eisbock ist zurecht eines der besten Starkbiere der Welt!
Prost!
Reifende Schätze: Holzfässer in den historischen Kellern