Nord-Pas de Calais

Going Places!

reisemagazin TV in Frankreich: Nord-Pas de Calais.

Produktion : logo © 2021

Über Land

Nord-Pas de Calais

Die Region Hauts-de-France, die das frühere Nord-Pas de Calais und die Picardie umfasst, lernten wir bei unseren zwei Besuchen als eine gastfreundliche und spröde Gegend mit einer Bevölkerung kennen, deren spröder Charme am Anfang die Herzlichkeit verdeckt. Wir fanden eine Mischung aus Natur, Kultur und Traditionen, die eine grosse Auswahl bietet, wie der Urlaub, lang oder kurz, verbracht werden kann.

Frankreichs erfrischendes Nord-Pas-de-Calais wurde, finden wir, von den Reisenden zu lange übersehen. Die Region hat sich die Spässe über kaltes Wetter und tölpelhafte Eingeborene zu Eigen gemacht. Und dann hat sie sich klammheimlich zu einem Reiseziel von Weltklasse verwandelt mit einer kühnen Kunstszene, einer Menge historischer Orte und unwiderstehlichem, rauen Charme.

Gehwege, Louvre Lens, Aussenanlagen, Périgueux | © Bert Schwarz 2015

Der Louvre in Lens hatte einen aufregenden Start. Zuerst gab es eine Menge Skeptiker bei den Kunstliebhabern, die darüber diskutierten, ob es Sinn macht, wenn Frankreichs berühmteste Gallerie einen Aussenposten in Lens aufmachen solle, einer damals heruntergekommenen früheren Bergarbeiterstadt. Dann kam es zu Kontroversen nach einer Beschädigung durch Vandalen und dann gab's noch Befürchtungen, dass sich Lens nie gegen die anderen hochkarätigen europäischen Museen durchsetzen könne.

Strasse, Läden, Mann, Frau, Bäume, Béthune | © Bert Schwarz 2015

Aber der Louvre in Lens sprengt jeden Rahmen und verdient Aufmerksamkeit. Es ist alles in poliertem Aluminium und Glas, die futuristisch anmutende Gallerie wird zu einem tollen Kontrast zu Nordfrankreichs vorherrschendem Rot. Und die ambitionierte Galerie du Temps beherbergt Kunst aus Jahrtausenden in einem Raum.

Ehrenfriedhof, Denkmal, Kirche, Wege der Erinnerung | © Bert Schwarz 2015

Kriegsdenkmäler, Soldatenfriedhöfe und Dünkirchens Schlachtfelder ziehen einen beständigen Strom von Besuchern an, die ihren Respekt zollen. Ich empfinde die Athmosphäre als befreiend, denn die Gründe, die zu diesen schlimmen Ereignissen führten, sind weg. Hier wird den Menschen und ihren Hinterbliebenen gedacht, die ihr Leben liessen für etwas, was wir heute nicht mehr wirklich nachvollziehen können. Vielleicht war der Tod und das Leid so Vieler dann am Ende doch nicht sinnlos und umsonst.

Aber ob man nun an einer Gedenkfeier teilnehmen will oder nicht - es gibt hier eine Menge Möglichkeiten, sich mit diesem Teil der gemeinsamen Geschichte auseinanderzusetzen. Da ist der Steinbruch Wellington in Arras, mit einem Netzwerk von Tunneln, die zwischen den Kellern der Häuser gegraben wurden. Dann gibt es die Wege der Erinnerung, vier Routen zu Sehenswürdigkeiten und Schauplätzen der Schlachten in der Region.

All das Grauen, das die Soldaten, gleich welcher Armee, gleich welcher Nationalität hier erlebten, kann man sich vor Ort ... manchmal zu gut ... vorstellen.

Strasse, Stadthäuser, Nacht, Auto, Lille | © Bert Schwarz 2015

Die Region war nach dem 1. Weltkrieg massiv zerstört. Der Wiederaufbau bleibt in den Geschichtsbüchern aber eher ein Nebenaspekt. Das ist schade, denn die Städte sehen so aus, als wären sie nie beschädigt gewesen und nur bei näherem Hinsehen wird erkennbar, dass die Gebäude meist viel jünger sind als ihre Architektur vermuten lässt.

Lille ist nicht mehr nur ein Haltepunkt des Eurostar oder TGV zwischen London, bzw. Paris und Brüssel. Die Hauptstadt von Nord Pas de Calais, ist eine freundliche Stadt, die ihre Besucher mit einer charmanten Altstadt für sich gewinnt, grossartige Restaurants hat und , ja! , auch einen der viel geschmähten Weihnachtsmärkte. Alles, bien sûr, zu einem Bruchteil der Preise wie in Paris - obwohl's hier fast genau so aussieht.

Börse, Stadthäuser, Lille | © Bert Schwarz 2015

Wir fangen am Grand Place an, der früher ein mittelalterlicher Marktplatz war und an dem heute eines der schönsten Häuser der Stadt steht, La Vieille Bourse, die Alte Börse. Diese Institution aus dem 17. Jahrhundert ist geschmückt mit Cherubins, Füllhörnern, Löwen. Vor hier aus folgt man der rue de la Bourse in die Altstadt und findet dort ganz Erstaunliches: Häuser in flämischem Stil, orange oder dunkelrot gestrichen oder die neo-gothische Kathedrale Notre Dame de la Treille, Geschäfte, die Tolles anbieten ... innerhalb des Budget, aber auch mit Preisen, die dieses sprengen ... aber dennoch schön anzuschauen.

Lille ist die ideale Basis, um die weniger bekannten Highlights der Region kennen zu lernen, wie Roubaix, Amiens, Arras oder Villeneuve d’Ascq. Jede dieser bescheidenen Städtchen hat seine wirklich sehenswerte Attaktion und sind deswegen ideal für Tagesreisen.

Schwimmhalle, Ausstellung, La Piscine, Museum, Roubaix | © Bert Schwarz 2015

Da ist beispielsweise Roubaix mit La Piscine, einer einzigartigen Gallierie, die früher eine Badeanstalt war. Die Gallerie zeigt eine atemberaubende Auswahl von Skulpturen und Gemälden, auf die durch einen enormen, auf Glas gemalten Sonnenuntergang das Lich fällt. Auch einen Besuch wert ist die 1511 erbaute Kirche Sankt Martin, in der man sich erfolgreich den Hals verrenken kann.

Dann, hinüber nach Amiens, muss man nicht lange nach Besonderem suchen, nur hochgucken. Die Kathedrale der Stadt ist die Höchste in Frankreich, die die weltberühmte Notre Dame in Paris wie ein Zwergenhaus aussehen lässt.

Und dann gibt's noch die macarons d’Amiens, das sind Mandelkekse mit Honig, die man knabbern sollte, während man sich in die gothischen Details der Glasmalereien hineinvertieft.

Bierflasche, Bierglas, Ch'ti-Bier | © Bert Schwarz 2019

Frankreich ist nicht nur ein Landes Weines und des Champagners, sondern auch des Bieres. In Saint-Omer steht eine der grössten Brauereien Nordfrankreichs, die Brasserie Saint-Omer, die wir anlässlich des Fête de la bière besuchen durften und wir eine interessante Führung bekamen, wie aus den festen Zutaten am Ende flüssiges und wirklich gut schmeckendes Bier kommt.

Oder Boulogne, der interessanteste der französischen Kanalhäfen und ein guter Grund, hier eine Pause einzulegen, besonders wenn man noch einen Abstecher in die nördlich gelegene Opalküste macht. Die grösste Attraktion ist Nausicaá, eines der führenden Aquarien Europas.

Klippe, Strand, Meer, Opalküste | © Bert Schwarz 2015

Gerade einmal eine knappe Stunde von Calais entfernt liegt Béthune, eine attraktive, lebendige Kleinstadt zwischen Arras und Saint-Omer.

Bergues ist das Epizentrum der Region, spätestens nachdem 2008 der Film «Bienvenue chez les ch’tis» («Willkommen bei den Sch'tis») einen Hype um diese Region in Nordfrankreich auslöste. «Sch'ti» oder im Original «Ch'ti» ist die Bezeichnung für Jemanden aus Nordfrankreich und die dort gesprochene Mundart, die aus der etwas südlicher gelegenen Picardie kommt.

Kurz & Bündig
... in Hauts-de-France entdeckt.
logo
Folgt uns auf
Meldet Euch
  • Gertraudenweg 8,
    D-97845 Neustadt
  • +49 9393 999-71
  • office@tvimweb.de
Gallery feed